Flores, du Perle.

Flores shapes

Labuan Bajo | Rangko Cave | Lingko | Ruteng | Bajawa

Am 31. Oktober landeten wir also in Flores. War ja nicht soooo klar, dass das klappt, wie ihr hier nachlesen könnt. Die Fahrt mit der Fähre dauerte acht Stunden, gestaltete sich aber erstaunlich kurzweilig. Wir kamen an in Labuan Bajo, eine kleine Hafenstadt, die sich in den letzten Jahren zum „Touristen-Hotspot“ entwickelt hat und sogar über einen internationalen Flughafen verfügt. Aktuell: Quasi keine Touristen, dafür nur Baustellen. Ungelogen: Die pandemiebedingte Flaute wird genutzt, um die ganze Stadt baulich zu verändern, sprich die Straßen werden ausgebaut und beidseitig Gehwege installiert. Und wenn wir schreiben, die ganze Stadt, dann meinen wir das auch so. Das trübte ein bisschen das Wohlfühl-Feeling, ehrlicherweise. Wir hatten allerdings eine Unterkunft etwas außerhalb des Stadtzentrums, weshalb wir zumindest dort etwas Ruhe genossen.

Labuan Bajo
view on the harbor of Labuan Bajo

In die Dunkelheit schwimmen

Von Labuan Bajo aus kann man einiges entdecken. Wir entschieden uns auf Anraten eines sehr netten Bekannten (ja, wir wurden schon wieder an locals vermittelt, großartig), die Höhle „Rangko“ zu erkunden. Fährt man also ca. 15 km nördlich bis an die Küste, muss man im letzten Fischerdorf, welches westlich der Höhle liegt, ein Boot anheuern und damit bis zur Höhle überfahren.

Auch diese Straße wurde übrigens in den letzten Jahren wunderbar ausgebaut. Und aktuell wird über das Fischerdorf hinaus weitergebuddelt – wir fuhren ein stückweit eine Straße in-the-making entlang, die Google Maps noch gar nicht kennt. Irgendwie lustig.

Zurück zum Kern der Sache: Die Überfahrt mit dem Boot war schon sehr stimmungsvoll. Die Küstenlinie voller grüner Hügel, das Meerwasser mit unglaublichen Farbenspielen. Und wenn man ein bisschen Glück hat, kann man so wie Andi zum Beispiel auch Schildkröten entdecken. Wir kamen schließlich an einen kleinen Sandstrand an, inzwischen ebenfalls mit einer schönen Anlegestelle ausgestattet und stapften die letzten paar Minuten hoch zur Höhle. Und dieses Erlebnis war wirklich jede Mühe wert!

Je nachdem, zu welcher Tageszeit man dort ist, kann man den kleinen See in der Höhle in einem atemberaubenden Blau erleben! Die Sonneneinstrahlung ist um die Mittagszeit herum genau richtig. Die Farben ändern sich teilweise sehr schnell zusammen mit den Lichtverhältnissen.

Und natürlich – rein ins kühle Nass! Es ist ein Salzwassersee, und der Salzgehalt im Wasser ist so hoch, dass man einfach kerzengerade darin schweben kann, wenn man nur ein klein wenig die Luft anhält. Das hätten wir stundenlang machen können 😀

Die Höhle selbst ist auch nicht groß, allerdings kann man noch ein Stück weit reinschwimmen. Das wirkt vielleicht zu Beginn etwas gruselig, da es dort gleich mal um vieles dunkler ist – also so RICHTIG dunkel – aber: Traut man sich, ist das ebenfalls eine wirklich coole Erfahrung! Einmal mal so im Schwarz dahinschweben. Und wieder waren wir so lucky, dass wir die Höhle für einige Zeit ganz für uns allein hatten. Was für ein tolles Naturschauspiel!

Was das ganze kostet? Für die Bootsfahrt hin und wieder zurück muss man je nach Verhandlungsgeschick zwischen 200.000 IDR und 300.000 IDR zahlen, das bedeutet zwischen 12 und 18 Euro. Für die Höhle selbst wird ein Eintritt von 50.000 IDR verlangt pro Person, also ca. 3 Euro. Aber auch das ist völlig in Ordnung, da u.a. die Höhle leichter zugänglich gemacht wurde. Dieser Ausflug ist tatsächlich jeden indonesischen Rupiah wert!

on the way to Rangko Cave
fisher boat
beach in front of Rangko Cave
inside Rangko Cave
into the dark

Komodo oder nicht Komodo, das ist hier die Frage.

Ein Hauptreiseziel ist für viele, die nach Flores kommen, ein Ausflug in den Komodo National Park. Eine Inselgruppe östlich von Labuan Bajo (also gelegen zwischen Sumbawa und Flores, mit der Fähre fährt man dran vorbei), auf welchen man noch in der Freiheit lebende Komodowarane sehen kann.

Diese Riesenechsen sind unglaublich beeindruckend! Sie werden bis zu drei Meter lang und die einzigen Echsen, die Tiere in der Größe von Wildschweinen, Wasserbüffeln oder ähnlichem jagen. Natürlich würde vor allem Mercedes diese „kleinen Drachen“ gerne vor die Kameralinse bekommen.

Tja, jetzt das große Aber: Die Ausflüge dort hin sind sehr, sehr teuer. Und damit meinen wir völlig überteuert. Außerdem unflexibel, viele versteckte Zusatzkosten und rein auf die „klassischen“ Tourisen zugeschnitten. Was wir ja eher weniger sind. Mit dem Motorrad kann man selbstverständlich nicht in das Naturschutzgebiet. Es gibt auch keine Übernachtungsmöglichkeiten, die man sich selbst organisieren könnte. Und selbst für die Ein-Tages-Tour blecht man pro Nase gleich mal um die 100 Euro. Ahja und wir vergaßen: Will man die Drohne mitnehmen, zahlt man nochmal (!) 60 Euro zusätzlich. Wtf?

So, so schade. Wir haben uns für’s Erste also dagegen entschieden. Denn immer wieder kann man auch nachlesen, dass man von den Waranen dabei kaum was zu Gesicht bekommt, und wenn dann nur „Inszenierungen“. Nö, darauf haben wir keine Lust.

An dieser Stelle möchten wir auch zu etwas aufrufen: Ein Bauprojekt soll nun einen Teil des Nationalparks zu einer Art „Jurassic Park“ für Touristen umgestalten. Uns ist einfach nicht klar, warum man diese wundervollen Tiere, noch dazu die letzten dieser Art, von der nur noch rund 3.000 in diesem Nationalpark leben, nicht einfach in ihrem natürlichen Lebensraum belassen kann. Warum man aus allem ein noch größeres Spektakel machen muss.

In diesem Artikel kannst du (auf Deutsch) die Problematik nachschlagen und Bilder dazu sehen. Und mithilfe folgender Petition (auf Indonesisch, aber Google Translate hilft!) ist deine Stimme für den Schutz der „Drachen“ möglich! #savekomodo

Los geht’s: Erkunden wir Flores!

Wir starteten nach drei Tagen in Labuan Bajo unsere Tour durch Flores. Kurzer Zwischenstopp: Die Lingko Spiderweb Ricefields! Diese liegen ca. eine halbe Stunde vor Ruteng, einer kleinen Stadt mitten im westlichen Part der Insel. Es sollte einen Aussichtspunkt dafür geben, allerdings sind wir einfach im nächstgelegenen Dorf abgebogen und haben die Drohne losgeschickt. Schon sehr beeindruckend! Die Kinder, die wir dort getroffen haben, sahen zum ersten Mal eine Drohne. Na die hatten erst Spaß.

at the spiderweb ricefields
get the drone started
Lingko Spiderweb Ricefields
detail
kids which saw a drone for the first time
Lingko Spiderweb Ricefields
flying the drone

Von Ruteng selbst gibt es wenig zu berichten. Wir haben leckeres Streetfood ergattert und einen netten Kerl wiedergetroffen, den wir auf der Fähre kennengelernt haben, der hat uns auf einen Kaffee bei sich und seiner Familie eingeladen. Ahja, und: In Ruteng sollte man auf den Pulli nicht vergessen. Die Stadt liegt etwas höher und es wird ganz schön frisch abends. Und mit frisch meinen wir 17, 18 Grad.

Ruteng
street food in Ruteng
amazing sunset in Ruteng

Die Straßen: Ein Traum mitten durch’s Grüne!

Die Hauptstraße ist nicht nur von richtig guter Qualität, sie ist kurvenreich, bergig und führt durch wirklich wundervolle, saftig grüne Landschaften. Viele Reisfelder, viele Wälder, entlang von Bergrücken! Wir freuen uns jetzt schon auf das Schneiden des Flores-Videos, denn diese Insel hat uns sofort verzaubert.

Unser Weg führte uns am 4. November bereits von Ruteng nach Bajawa, und diese Straße ist unser bisheriges Highlight. Seht selbst:

yiiiiiha

Wir beide haben unter den Helmen 33 Kilometer lang gegrinst wie Honigkuchenpferde. <3 Mit Chubby macht das halt richtig viel Spaß.

Bei einer kurzen Pause am Straßenrand im Schatten begegneten wir übrigens Benjamin. Benjamin hat sein Haus in der Nähe und hatte zufällig eine Ananas dabei, frisch aus seinem Garten. Und die hat er uns prompt angeboten. Das war die leckerste Ananas ever! Inklusive einer sehr, sehr netten Unterhaltung und einem herzlichen Willkommenheißen auf Flores 🙂

with Benjamin

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