Wir sind ja doch nicht die einzigen Wahnsinnigen ;-)

Kelimutu

Bajawa: Manalage | Riung | Moni: Kelimutu Nationalpark

In Bajawa haben wir doch noch einiges an Zeit verbracht. Es gibt dort nämlich ein weiteres Highlight, welches wir schließlich noch erkundet haben: die Hot Springs in Malanage. Das besondere an diesem Ort ist, dass sich hier zwei Flüsse treffen. Einer ist eiskalt, der andere entspringt direkt einer heißen Quelle. Und das mixt sich dann wunderbar. Man kann beispielsweise die Füßchen abkühlen und gleichzeitig den Rücken wohlig warm halten. Ungelogen! Und es ist im Gegenteil zu Soa, wo ein öffentliches Bad drumherum aufgebaut wurde, tatsächlich völlig naturbelassen. Wir sind RICHTIG begeistert und haben dort Stunden im Wasser verbracht.

Malanage Hot Spring
Andi at Malanage
Relaxed at Malanage
Fun!

Übrigens kommt man hier auch immer wieder auf den Wegen an traditionellen Dörfern vorbei, wie Bena beispielsweise:

traditional village called Bena

Als Mercedes am Abend Abendessen von unserer (inzwischen Zweit-Stammbar 😀 ) holte, traf sie ein reisendes Pärchen, und zwar zwei Deutsche (Sabine und Dominique), wie sich herausstellte. Schon mal ungewöhnlich – wir waren seit Lombok keinen Reisenden/Touristen aus dem Westen mehr begegnet. Und im Laufe des Gesprächs stellt sich auch noch heraus: Die beiden leben zwar bereits seit mehr als 30 Jahren in Indonesien, sind aber aktuell ebenfalls mit dem Motorrad hier unterwegs. Mit einem Motorrad (einer BMW GS) welches Domi von Berlin bis nach Bali gefahren hat, in 115 Tagen. Dabei deckte sich viel seiner Strecke mit jener, die Andi bei seiner Motorradreise nach Kasachstan/Kirgisistan im Jahr 2014 absolviert hat. Also vom ersten Augenblick an gab es genug Gesprächsstoff, welcher die Wartezeit auf das Abendessen sehr, sehr kurzweilig gestaltete.

Irgendwo im Nirgendwo

Am 14. November sind wir schließlich wieder on-the-road gewesen. Unser nächstes Ziel: Riung im Norden von Zentral-Flores. Bekannt ist diese Gegend durch den vor der Küste liegenden 17 Islands Marine Park.

Die Straße ist – wie von den Locals vorab angekündigt – ein kleines Abenteuer. Sehr kaputt und dementsprechend sehr anstrengend. Wir haben uns im Norden angekommen ein Plätzchen etwas abseits von Riung gesucht, und sind auf Empfehlung in einer Unterkunft gelandet, wo es wirklich gar nichts gab. Nicht mal Handyempfang. Ähm, ja. Haben wir ja grundsätzlich nichts dagegen, aber leider war auch die Unterkunft nicht das Gelbe vom Ei.

Es gab dort vorm Strand ein kleines Inselchen, genannt „Pig Island“ (wobei das irreführend ist – dort ist NICHT die ‚richtige‘ Pig Island von etwas weiter westlich, wo es tatsächlich Schweine gibt), wirklich winzig und schwimmend erreichbar in ca. 20 Minuten. Haben wir gemacht. War auch grundsätzlich ganz nett, Andi hat eine riesige Schlange entdeckt – allerdings wird diese Insel scheinbar auch ganz gerne zum Abhängen genutzt und wir fanden dort die Überreste (ergo den Panzer) einer ganz offensichtlich willentlich getöteten Schildkröte. Für Mercedes war das so abstoßend und traurig, dass sie nicht mal mehr Lust hatte, den Aufenthalt dort zu dokumentieren. Da müssen euch also unsere Worte und eure Fantasie alleine reichen 😉

Am Abend waren wir (wieder einmal) kurz als Gäste auf einer Hochzeit einige Meter weiter, da in unserer Unterkunft kein Essen verfügbar war. Somit beschloss man, uns einfach mit zur Hochzeit zur nehmen, dort können wir ja was essen. Irgendwie witzig, wie das hier so funktioniert. Diesmal haben wir uns allerdings nicht gänzlich wohlgefühlt, sind dementsprechend etwas früher wieder abgezogen und haben es uns am Strand noch ein bisschen bequem gemacht. Das gemütliche einfach-mal-ne-Stunde-in-die-Sterne-gucken hat dann doch etwas entschleunigt. Und so viele Sternschnuppen!

Allerdings war die gesamte Entspannung am nächsten Morgen wieder weg, nachdem wir einerseits aufgrund des Lärmpegels von der Hochzeit und andererseits aufgrund der unglaublichen Hitze in unserem Holzverschlag kaum schlafen konnten.

Wir haben somit am nächsten Tag den trockensten und heißesten Fleck in Flores bereits wieder verlassen und uns voller Hoffnung auf bessere Konditionen wieder auf den Weg ins Landesinnere gemacht.

Ahja, das einzige Foto, was es aus Riung gibt, ist folgendes:

Tokeh

Das ist ein Tokeh, auch Glücksgeko genannt! Und das sind die, die man so laut rufen hört. Voi herzig!

Ein Wiedersehen in Moni

Wir landeten also in Moni, einem kleinen Ort neben dem Mount Kelimutu, unserem nächsten angepeilten Ziel. Hier gibt es eine große Auswahl an Unterkünften, da man von hier aus bequem den Vulkan hochfahren und in den Nationalpark gehen kann. Dazu aber gleich mehr.

Moni

Vorerst noch ein lustiger Zufall: Wir suchen meist vor dem Losfahren im Internet eine Unterkunft aus, zu welcher wir dann einfach mal hinfahren. Als wir das für Moni taten und dort ankamen, parkten wir gleich mal neben einer BMW GS. Bei Mercedes klingelte es sofort und tatsächlich – wir sind exakt im selben Hotel wie Sabine und Dominique gelandet!

Die beiden hatten denselben Plan wie wir: Am nächsten Morgen früh raus aus den Federn und zum Sonnenaufgang auf dem Mount Kelimutu die berühmten drei färbigen Kraterseen bestaunen. Gesagt, getan. Wir verbrachten einen netten Abend gemeinsam, plauderten stundenlang, und starteten am nächsten Morgen um 4.30 Uhr gemeinsam den Trip in den Kelimutu National Park.

meet our motorbike friends in Moni

Die spannende Geschichte der drei Kraterseen

Kelimutu ist also der Name des Vulkans, der gleich mal über drei (!) Kraterseen verfügt. Und als wäre das nicht bereits besonders genug, haben diese Seen auch noch ihre Farben mehrmals geändert im Laufe der letzten Jahre. True story!

Die Hintergrundgeschichte dazu ist ebenfalls interessant: Der Glaube besagt, dass alle Seelen hier auf den Wächter des Vulkans treffen. Dieser urteilt dann über die Seelen: Die guten Seelen können ewigen Frieden finden im schwarzen See, den „See der Alten“ genannt. Die bösen Seelen werden bestraft im roten See, genannt der „See der Dämonen/Schurken“ (die Übersetzung ist hier nicht ganz so klar). Und jene Seelen, die sowohl Gutes als auch Böses getan haben, können im blaugrünen See, dem sogenannten „See der Jugend“, beherbergt werden.

history of the three lakes in Kelimutu

In den letzten Jahren sei einer dieser Seen sogar weiß gewesen, hat uns ein local erzählt. Wie sie aktuell aussehen, kannst du in unseren Fotos sehen!

Wir waren ja superhappy, dass wir überhaupt etwas gesehen haben 😀 Denn leider hat es das Wetter vorerst nicht so gut mit uns gemeint. Auf der Spitze des Vulkans (immerhin 1.700 m) war es einfach nur völlig vernebelt und sehr windig. Kein Drohnenwetter also. Unsere Geduld zahlte sich allerdings aus und wir konnten schließlich nach 1-2 Stunden auf dem Vulkan doch noch einen Blick auf die atemberaubende Szenerien der Seen werfen.

Andi and the GoPro
fog at the smallest lake
Sabine and Dominique
smiling Andi
view from the top
the two bigger lakes
light and shadow
view
sulfur in the lake
inbetween
the third lake at sunshine

Organisatorische Infos: Man kann mit dem Motorrad/Scooter/Auto sehr weit auf den Berg hoch fahren. Die Straße ist richtig gut und die Fahrt dauert von Moni aus je nach Lage der Unterkunft ca. 15 bis 25 Minuten. Der Eintritt für den Nationalpark beträgt 150.000 IDR pro Nase (rund 9 Euro), dann fährt man bis zu einem Parkplatz vor. Von diesem aus stapft man nochmal gute 20 Minuten hoch bis zum Gipfel, von welchem aus man einen Blick auf alle drei Seen erhaschen kann.

Und noch ein bisschen Wasserspaß

Um diesen früh begonnenen Tag schließlich ausklingen zu lassen, sind wir brav NICHT wieder schlafen gegangen, sondern beschlossen, bei einem Wasserfall in Moni noch ein bisschen die Natur zu genießen. Mit einem kleinen Fußmarsch erreicht man den Murundao Waterfall. Wir trafen dort auf local kids, die einen Megaspaß hatten, denn tatsächlich – man kann dort auch reinspringen. Ein wirklich netter Ausklang für den Tag.

Murundao Waterfall
here you can jump in!
selfie at the waterfall

Außerdem: Bald geht’s weiter mit „on the road again….“

on the road again

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